Sonntag, 4. April 2004 / 13:59:20

Gedenkjahr zum 150. Todestag von Jeremias Gotthelf
Lützelflüh - An der Eröffnung des Gedenkjahrs zum 150. Todestag von Jeremias Gotthelf hat sich Bundesrat Samuel Schmid in Lützelflüh mit dem Werk des Dichters beschäftigt. Es habe uns heute noch viel zu sagen.
Schmid sprach an der Feier in der Kirche Lützelflüh, in der auch Albert Bitzius alias Gotthelf während gut 20 Jahren gepredigt hat. Aus Geld und Geist etwa könnten wir die Erkenntnis gewinnen, dass Geld und Wirtschaftlichkeit zwar nötig sind, aber nicht über den Geist herrschen dürfen, befand Bundesrat Schmid.
Der Tanz um Hunderte von goldenen Kälbern zeige, dass wir gut daran täten, den Weg zum Original zu beschreiten, wie ihn die Organisatoren des Gedenkjahrs vorschlagen und dabei Tugenden wie Verantwortlichkeit, Demut und Bescheidenheit entdecken.
Der französischsprachige bernische Erziehungsdirektor Mario Annoni erinnerte daran, dass Gotthelf auch in Frankreich kein Unbekannter blieb, obwohl der grosse Moralist für das leichtsinnige Paris nicht viel übrig hatte. Gotthelf gehöre zur Weltliteratur, sein Ruhm reiche bis Japan.
Das Jubiläumsjahr ist jedoch nicht erst mit der Feier in der Kirche Lützelflüh in Gang gekommen. Wie Projektleiter Fritz von Gunten auf Anfrage sagte, sind im Lauf des Jahrs über 100 Veranstaltungen geplant, von denen einige schon durchgeführt oder im Gang sind.
Das Interesse an den Ausstellungen, Lesungen, Vorträgen und Aufführungen sei gross, berichtete von Gunten. 250 Leute seien beispielsweise zu einem Vortrag über Gotthelf und Pestalozzi erschienen, 150 habe er im Kornhaus Bern an der Vernissage zur Ausstellung Gotthelf lesen getroffen. Das Interesse an Gotthelf sei neu entfacht, im ganzen Land und darüber hinaus.
rr (Quelle: sda)
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