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Bern - Die Schweizer Armee muss bis Ende Mai 27'000 Dossiers ehemaliger Armeeangehöriger auf ihre Vollständigkeit überprüfen. Nur die wenigsten der zu überprüfenden Ex-Soldaten dürften im Besitz einer Armeewaffe sein.
Bei der Abgleichung von Daten aus den Kantonen mit den zentral gespeicherten Angaben über insgesamt 247'000 ehemalige Armeeangehörige sei in 27'000 Fällen der Verdacht entstanden, dass die Daten unvollständig seien, sagte Armeesprecher Walter Frik auf Anfrage. Die betroffenen Ex-Soldaten seien im März aufgefordert worden, ihr Dienstbüchlein einzuschicken.
Die im Dienstbüchlein festgehaltenen Daten über die erhaltenen Ausrüstungsgegenstände würden dann mit den elektronischen Angaben abgeglichen und "falls nötig nachgeführt", sagte Frik. Über den "Datenverlust" hatte die "SonntagsZeitung" berichtet.
Da es sich bei den angeschriebenen Personen um "ordentlich abgerüstete" Personen handle, rechnet Frik mit "einigen wenigen" Fällen, in denen mit der Unsicherheit über die Vollständigkeit der Daten auch Unklarheit über den Verbleib der Armeewaffe herrscht.
Wer seine Waffe über das Dienstende hinaus behalten will, muss dafür ein Gesuch stellen.
Armeechef weist Vorwürfe zurück
Armeechef André Blattmann weist die Vorwürfe zurück, dass die Armee die Kontrolle über die ausgegebenen Armeewaffen teilweise verloren hat. Er verwahre sich gegen den Vorwurf des "laissez-faire", der in den Medien erhoben worden sei, sagte Korpskommandant Blattmann vor den Medien.
Er verwahre sich auch in aller Form gegen die gemachten Unterstellungen, dass Exponenten der Armee und des Verteidigungsdepartements im Vorfeld der Abstimmung über die Initiative "Für den Schutz vor Waffengewalt" gelogen hätten.
Fakt sei vielmehr, dass die Armee alles unternehme, um Missbräuche zu verhindern, sagte Blattmann weiter und zählte alle Massnahmen auf, die seit 2007 getroffenen wurden, nachdem ein 21-jähriger Soldat in Zürich-Höngg mit seinem Armee-Sturmgewehr ein ihm unbekanntes 16-jähriges Mädchen erschossen hatte.
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