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Damaskus - Ein neuer Zwischenfall mit einem Nachbarland Syriens sorgt für zusätzliche Spannungen in dem Konflikt in Land. In Jordanien schlugen nahe der Grenze am Sonntagabend nach Angaben der Regierung in Amman vier Granaten der syrischen Armee ein.
Dabei sei ein kleines Mädchen verletzt worden, vier weitere Jordanier mussten wegen Panikattacken stationär behandelt werden. Jordanien kritisierte den Angriff auf sein Territorium scharf. Die Regierung habe dem syrischen Botschafter in Amman einen Protestbrief überreicht, teilte ein Regierungssprecher am Montag mit.
Bislang haben in Jordanien mehr als 150'000 Syrer Zuflucht vor den Kämpfen in ihrer Heimat gefunden. Wenn sie die Grenze ins Nachbarland übertreten wollen, geraten sie oft unter Beschuss durch syrische Regierungstruppen.
Ende Juli tötete die syrische Armee nach Angaben der jordanischen Regierung ein dreijähriges Flüchtlingskind. In den vergangenen Monaten hatte es auch im libanesischen Grenzgebiet und an der Grenze zur Türkei Tote und Verletzte gegeben.
Weitere Gefechte im Land
Neben den Kämpfen in in Provinz Daraa, die an Jordanien angrenzt, tobten nach Angaben von Aktivisten auch in vielen anderen Landesteilen Gefechten.
Die Rede war von Kämpfen unter anderem in den Vororten der Hauptstadt Damaskus. Regierungstruppen hätten den von Rebellen kontrollierten Vorort Al-Muadamija mit Panzern beschossen, sagten Anhänger der Opposition, die sich in der Gegend aufhielten.
Die Offensive habe am frühen Morgen begonnen. Al-Muadamija sei quasi umstellt, sagte ein Unterstützer der Rebellen. Die Aufständischen hätten mindestens einen Vorstoss der Regierungstruppen zurückschlagen können.
Auch in der nordsyrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo gingen die Kämpfe nach Angaben von Aktivisten weiter. Zahlreiche Menschen seien getötet oder verwundet worden, hiess es.
Türkei will Schutzzonen
Wegen der schnell zunehmenden Zahl syrischer Flüchtlinge forderte die Türkei unterdessen Vorbereitungen für die Einrichtung von Schutzzonen auf syrischem Boden. Die türkischen Lager könnten nicht mehr als 100'000 Flüchtlinge aufnehmen, zitierten türkische Medien Aussenminister Ahmet Davutoglu.
Die Türkei schlug vor, in Syrien selbst eine Sicherheitszone unter Leitung der UNO einzurichten, um den Menschen Zuflucht gewähren zu können. Inzwischen sind etwa 70'000 Syrer in die Türkei geflüchtet.
UNO-Mission zu Ende
In der Nacht ging die UNO-Beobachtermission in Syrien (UNSMIS) offiziell zu Ende. Das Mandat der Mission, an der in Spitzenzeiten 300 Experten zur Überwachung von Waffenstillstandsbemühungen beteiligt waren, lief in der Nacht aus.
Der UNO-Sicherheitsrat hatte die UNSMIS im April ins Leben gerufen, um einen Friedensplan des Sondergesandten Kofi Annan zu überwachen. Seit März 2011 wurden im Syrien-Konflikt Aktivisten zufolge mehr als 23'000 und nach Angaben der UNO rund 17'000 Menschen getötet.
UNSMIS-Chef General Babacar Gaye wirft sowohl Regierungstruppen als auch Rebellen vor, Zivilisten nicht zu schützen.
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