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Alejandro Valverde heisst der Sieger des ersten Kräftemessens unter den Favoriten an der diesjährigen Vuelta. Der Spanier, der sein Heimrennen 2009 gewonnen hatte, siegte in der 3. Etappe von Oyon nach Eibar und liess sich danach auch ins rote Leadertrikot einkleiden.
Bereits im dritten Teilstück ging es ein erstes Mal in die Berge. Und nicht unerwartet kam es prompt zum ersten Säbelrasseln zwischen den meistgenannten Anwärtern auf den Gesamtsieg. Bergspezialist Valverde kam zeitgleich mit Joaquin Rodriguez (Sp), Christopher Froome (Gb) und Alberto Contador (Sp) ins Ziel. An der Spitze des Gesamtklassements löste Valverde seinen Teamkollegen Jonathan Castroviejo ab, der im 5,5 km langen Schlussanstieg wie erwartet nicht mehr mithalten konnte. Castroviejo büsste ebenso Zeit ein (1:52) wie Vorjahressieger Juan Jose Cobo (0:50) - auch er ein Fahrer der spanischen Equipe Movistar, die am Samstag das Mannschaftszeitfahren für sich entschieden hatte.
Valverde führt im Gesamtklassement nach der ersten Bergankunft der dreiwöchigen Rundfahrt 18 Sekunden vor seinem Landsmann Beñat Inxausti. Dahinter folgen Rodriguez (0:19 zurück), Froome (0:20) und Contador (0:24). Letzterer erwies sich im Finish der 155,3 km langen Etappe als grosser Animator. Contador, der nach seiner abgesessenen Dopingsperre erst vor wenigen Tagen sein Comeback gegeben hatte, griff auf dem Anstieg hinauf nach Eibar immer wieder an. Der Madrilene vom Team Saxobank stieg mehrmals aus dem Sattel und versuchte so, seine Konkurrenten abzuschütteln. Doch Valverde, Rodriguez und Froome, der Zweite der Tour de France, parierten jeden seiner Vorstösse.
Favoriten dicht zusammen
"Ich glaube nicht, dass die Unterschiede zwischen den Favoriten gross sein werden", hatte Contador im Vorfeld der Etappe im Baskenland gesagt. Zumindest für den gestrigen Tag, an dem erneut Temperaturen bis zu 40 Grad gemessen wurden, erwies sich die Aussage des Vuelta-Siegers von 2008 als wahr. Im Ziel wies das Quartett lediglich einen Vorsprung von sechs Sekunden auf die nächsten Verfolger aus. Auf den letzten Metern sah es ganz danach aus, als würde Rodriguez die Etappe gewinnen. Doch Rodriguez zog im Gegensatz zu Valverde nicht durch; er liess sich auf den letzten Metern noch überspurten.
"Wir sind zufrieden mit dem Ausgang der Etappe", sagte Valverde im Ziel (und im Namen seines Teams). "Wir konnten das Leadertrikot behalten. Der Führende hat zwar gewechselt, aber es bleibt im Team. Es war der erste Tag in den Bergen, das heisst für den weiteren Rennverlauf noch nichts. Die Konkurrenz ist stark. Klar fahren wir um den Gesamtsieg, aber es wird schwierig sein, das Trikot bis zum Schluss zu behalten."
Doping-Vergangenheit
Valverde hat wie Contador eine Doping-Vergangenheit. Der 32-jährige Routinier war in den Skandal um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes verwickelt und kehrte erst Anfang Januar nach abgesessener Sperre in den Rennzirkus zurück. In diesem Jahr gewann Valverde bereits die letzte Bergetappe der Tour de France, die er "nur" im 20. Gesamtrang abschloss. Insgesamt feierte Valverde in Eibar seinen siebten Saisonsieg.
Neun Kilometer vor dem Ziel hatte das Feld mit den Favoriten eine achtköpfige Gruppe, die das Rennen lange Zeit angeführt hatte, eingeholt. Zu den Animateuren der Etappe gehörte auch der Belgier Philippe Gilbert, der nach einer hervorragenden letzten Saison in diesem Jahr nicht auf Touren kommt und weiterhin auf seinen ersten Sieg im Jahr 2012 wartet.
Ein gutes Rennen fuhr auch der Schweizer Steve Morabito. Der Walliser kam als 21. mit einem Rückstand von 50 Sekunden ins Ziel. Im Gesamtklassement liegt Morabito mit 72 Sekunden Rückstand auf Position 16. Grégory Rast, der zweite Schweizer am Start der Vuelta, handelte sich einen Rückstand von über zehn Minuten ein.
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